Vom Wald ins Werk - ein optimaler Weg für Rundholz und Waldbiomasse
WASP-Logistik GmbH als innovatives Start-up der Holzwirtschaft von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land betreut

Freilassing, 15.02.2012: Das ESA Business Incubation Centre (BIC) Bavaria unterstützt Unternehmensgründungen auch im Berchtesgadener Land in der Nutzung von Raumfahrtinfrastrukturen und -technologien. Die Außenstelle des ESA BIC Bavaria, die im Techno-Z in Freilassing angesiedelt ist, wird vom Freistaat Bayern, der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der Sparkasse und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land (WFG BGL) sowie der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen (AZO) unterstützt. Die WFG BGL betreut zusammen mit dem AZO - Koordinator des ESA BIC Bavaria - die Unternehmensgründer vor Ort.
Über die Außenstelle des ESA BIC Bavaria erhalten Unternehmensgründer technische und finanzielle Unterstützung für den Aufbau ihres Unternehmens und die Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen. Mit der progenox und der WASP-Logistik wurden bereits die ersten beiden von der WFG BGL betreuten Unternehmensgründer aus dem Berchtesgadener Land in das ESA BIC Programm aufgenommen.
Eine interessante und für die Region wichtige Unternehmensgründung in der ESA BIC Bavaria Außenstelle ist die WASP-Logistik GmbH. "WASP bietet als integrative Internetplattform einen innovativen Weg für die Holzlogistik" so Frau Ursula Fendel, Softwareconsultant und Frau Veronika Ebner, M.Eng (wood technologies), Projektmanagement von WASP-Logistik. Die High-Tech Unternehmensgründung integriert bestehende Technologien, unter anderem Satellitennavigation, in neue eigene Produkte. Dies entspricht genau dem Ansatz des ESA BIC Programms, Raumfahrttechnologien in andere Wirtschaftsbereiche zu transferieren und zu kommerzialisieren.
WASP bedeutet "Wood Application Service Providing" und ist eine Weiterentwicklung des gleichnamigen Forschungsprojektes. Dies wurde im Jahr 2009 vom bayerischen Cluster Forst und Holz initiiert und durch das Wirtschaftsministerium mitfinanziert. Ein interdisziplinäres Team aus Praktikern und Forschern entwickelte die Internetplattform WASP, mit dem Ziel, die Holzlieferkette unter Einbeziehung bestehender Softwareprodukte auf Basis modernster Cloud Technologie zu optimieren.
Nutzer erhalten durch den modularen Aufbau der Plattform maßgeschneiderte Softwareanwendungen. Die WASP-Plattform spricht daher alle Nutzergruppen entlang der holzlogistischen Kette an: Forstbetriebe, Transport-, Hacker- und Holz verarbeitende Industrieunternehmen im gleichen Maße wie Holzheiz(kraft)werke.
"Im besten Fall sieht ein Anwender die Plattform WASP nicht", so der Unternehmensgründer und Geschäftsführer Florian Lange. Damit wird der Holzwirtschaft endlich eine praxisrelevante Lösung geboten. Sie steht nicht in Konkurrenz zu den etablierten Softwarehäusern, sondern verbindet die vorhandenen Lösungen nahtlos miteinander. Positive Effekte sind die Reduzierung der Falscheingaben und die Zeitersparnis bei manuellen Mehrfacheingaben.

Satellitennavigation für die Holzwirtschaft
Insbesondere die Abwicklung der Logistik kann heute schon mit dem US-amerikanischen Satellitennavigationssystem GPS, zukünftig noch verlässlicher mittels dem europäischen Galileo reibungsfrei gestaltet werden. Eine nahtlose Navigation auf öffentlichen Straßen und Waldwegen stellt Erleichterungen in der Transportdurchführung und der Disposition dar. Zum einen kann der Disponent die Position der eingesetzten Lkw über eine Internetkarte verfolgen, zum anderen wird der Fahrer bequem bis zum abzufahrenden Holz durch den Wald navigiert. Die leichteste Art, die Geokoordinaten für den Transporteur bereitzustellen, ist der Einsatz einer Kamera mit Geotagging. Das geschossene Bild beinhaltet die genauen Koordinaten, welche beim Upload auf die WASP-Plattform vom System ausgelesen und abgespeichert werden.
Nach der Gründung der WASP-Logistik GmbH im Dezember 2011, stehen die ersten WASP-Anwendungen schon zur Verfügung. Die bereits angebundenen Softwaresysteme, wie Waldinfoplan und GeoMail, ermöglichen derzeit schon einen systemübergreifenden Datenaustausch. "Aufgrund der großen Softwarevielfalt in der Forst- und Holzbranche planen wir weitere Systemanbindungen. Dies stellt für uns den nächsten logischen Schritt nach erfolgreicher Unternehmensgründung dar. Wir hoffen so noch mehr Nutzer für unsere innovative Anwendung zu begeistern", meint Florian Lange.

ESA Business Incubation Centre (BIC) Bavaria
Das ESA BIC Bavaria bietet jungen Unternehmen, welche Technologien, Anwendungen und Services aus der Raumfahrt in andere Wirtschaftsbereiche transferieren, finanzielle und technische Unterstützung im Rahmen eines Inkubationsprogramms. Der Freistaat Bayern, die Europäische Raumfahrtagentur (ESA), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg eröffneten im August 2009 am Luft- und Raumfahrtstandort Oberpfaffenhofen das ESA BIC Oberpfaffenhofen, das seither von der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen (AZO) betrieben wird. Aufgrund der großen Nachfrage von Firmengründern wurde das ESA BIC 2011 um zwei Standorte, Nürnberg und Berchtesgadener Land, zum ESA BIC Bavaria www.esa-bic.de erweitert. In den Außenstellen erhalten Start-up Firmen Unterstützung von den lokalen Partnern, dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Nürnberg und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land, sowie den lokalen Sparkassen. Zudem profitieren Firmen von dem europaweiten ESA BIC Netzwerk, das vom Technologie Transfer Programm der ESA koordiniert wird.

Nähere Informationen zur Wirtschaftsförderungsgesellschaft BGL, ihren Aktivitäten und Netzwerkpartnern der Initiative Satellitennavigation Berchtesgadener Land finden Sie unter www.satnav-bgl.eu sowie www.wfg-bgl.info. Als Einrichtung des Landkreises bietet die Wirtschafsförderungsgesellschaft ihre Leistungen mit Unterstützung der Sparkasse Berchtesgadener Land an.