Bayerische Raumfahrtpolitik setzt verstärkt auf Unternehmensgründungen

Zeil: "Erfolgsmodell des ESA BIC Oberpfaffenhofen wird auf Nürnberg und das Berchtesgadener Land ausgeweitet"

MÜNCHEN Mit der Eröffnung der Außenstellen Berchtesgadener Land und Nürnberg ist jetzt das ESA Business Incubation Centre (BIC) Oberpfaffenhofen zum ESA BIC Bavaria erweitert worden. "Wir erhöhen mit diesem Ausbau unser bisheriges Engagement für das ESA BIC von 2,1 auf insgesamt 3,25 Millionen Euro. Damit unterstützen wir bis Ende 2013 an den drei bayerischen Standorten insgesamt 70 Unternehmensgründungen", erklärt Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil. Bereits im Frühjahr 2011 haben Zeil, der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) Jean-Jacques Dordain und der Geschäftsführer der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen (AZO) Thorsten Rudolph die Ausweitung des Gründerzentrums beschlossen.

Die ESA BIC Bavaria Außenstelle Nürnberg wird unter Beteiligung des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) und der Sparkasse Nürnberg realisiert. Weltweit bekannt wurde das mit 750 Mitarbeitern größte Fraunhofer-Institut durch die Entwicklung der Audio-Codierverfahren MP3 und MPEG 4 AAC. "Firmengründer, die sich für den ESA BIC Standort Nürnberg entscheiden, können ab sofort die breite Kompetenz des Instituts für sich nutzen", betont Zeil. Dazu zählten beispielsweise die Bereiche Navigation, Logistik, digitaler Rundfunk und Multimedia sowie das Spektrum der Kommunikations- und Bildsysteme.

Für die ESA BIC Bavaria Außenstelle Berchtesgadener Land konnte die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Sparkasse Berchtesgadener Land gewonnen werden. "Dort profitieren die Unternehmen enorm vom Netzwerk für innovative Navigationslösungen ‚Initiative Satellitennavigation Berchtesgadener Land'. Aber auch die gut ausgebaute Infrastruktur wie das Galileo Testgelände GATE (Galileo Test and Development Environment) ist ein entscheidender Vorteil", unterstreicht der Wirtschaftsminister.

"Für unsere Koordination der beiden Außenstellen haben wir hervorragende Partner gewinnen können", erläutert AZO-Geschäftsführer Thorsten Rudolph bei den Auftaktveranstaltungen. Damit hat sich Bayern innerhalb kürzester Zeit zum größten der derzeit sechs ESA BICs - Darmstadt, Harwell (Großbritannien), Noordwijk (Niederlande) Frascati (Italien), Redu (Belgien) - entwickelt. "Das ist ein großer Erfolg und würdigt die bisherigen Leistungen der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen", unterstreicht Zeil.

Raumfahrtinfrastrukturen, wie das zukünftige Satellitennavigationssystem Galileo oder Erdbeobachtungs- und Kommunikationssatelliten, sowie zahlreiche Raumfahrttechnologien bieten enormes wirtschaftliches Potenzial. Deshalb fördert das Wirtschaftsministerium seit Jahren junge innovative Unternehmen, die solche Technologien in marktfähige Produkte umsetzen. Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt seit August 2009 das ESA BIC Oberpfaffenhofen, unter Beteiligung der ESA, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg. Mit der Erweiterung auf die Standorte Nürnberg und Berchtesgadener Land verstärkt der Freistaat Bayern sein Engagement für die kommerzielle Nutzung von Raumfahrttechnologien und sieht im ESA BIC ein ideales Programm, um auch weiterhin die Initialzündung für die Erfolgsgeschichten bayerischer Unternehmensgründer geben zu können.