Countdown in Nürnberg

ESA Business Incubation Centre (BIC) Bavaria startet in Nürnberg

Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), die Europäische Weltraumagentur ESA, der Freistaat Bayern, die Sparkasse Nürnberg und die Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen (AZO) gaben am Dienstag, den 31. Januar das Startzeichen für Unternehmensgründungen im Bereich Kommerzialisierung von Raumfahrttechnologien im Nürnberger Nordostpark. Mit der neuen Außenstelle Nürnberg bietet das ESA BIC Bavaria neben Oberpfaffenhofen und Berchtesgadener Land, nun an drei Standorten, attraktive Startbedingungen an.

Die Außenstelle des ESA BIC Bavaria unterstützt Unternehmensgründungen in Nürnberg in der Nutzung von Raumfahrtinfrastrukturen und -technologien. Das Fraunhofer IIS unter der Leitung von Prof. Dr. Albert Heuberger steht dem Projekt als weltweit anerkannter Forschungspartner für angewandte Forschung mit seinen Kompetenzfeldern Satellitennavigation, Lokalisierung, Kommunikation und Energie zur Seite. Zusätzlich finden die Firmen mit dem Fraunhofer GALILEOLAB sowie dem künftigen Fraunhofer Test- und Anwendungszentrum L.I.N.K. (Lokalisierung, Identifikation, Navigation, Kommunikation) in unmittelbarer Nähe ideale Bedingungen für die Weiterentwicklung von Produkten und Technologien vor.

Dr. Günter Rohmer, Koordinator des Fraunhofer-Standorts in Nürnberg, erklärt: "Der Technologie-Transfer zu neuen innovativen Unternehmen und deren Umsetzung unserer Entwicklungen in marktreife Produkte ist Auftrag und Ziel der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der Partnerschaft am ESA BIC Bavaria schaffen wir hierfür optimale Voraussetzungen."

Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Michael Fraas zeigt sich über die Ansiedelung des Gründerzentrums im Nordostpark hoch erfreut: "Junge innovative Unternehmen brauchen Startkapital und professionelle Begleitung, um ihre Ideen am Markt durchzusetzen. Mit dem ESA Business Incubation Centre erhalten Gründerinnen und Gründer Zugang zu beidem." Dr. Fraas ist überzeugt, dass nur die Standorte den Wettbewerb um die besten Köpfe gewinnen können, die hervorragende Rahmenbedingungen für innovative Unternehmensgründungen vorweisen: "Das ESA BIC ist eine hervorragende Aufwertung des High-Tech-Standortes Nordostpark und ein Gewinn für den Wirtschaftsstandort Nürnberg."

"Das breite Technologieportfolio aus den europäischen und nationalen Forschungsprogrammen der Raumfahrt wird von unseren Unternehmensgründern in den verschiedensten industriellen Anwendungsbereichen zum Einsatz gebracht. Robotik und Mechatronik, Medizintechnik, Automobilbau, Internet und Mobilfunk sind wenige Beispiele von Zielmärkten für die Produkte und Services unserer Unternehmen" erläuterte Frank Salzgeber, Leiter des Technologie Transfer Programmes der ESA.

Die Europäische Weltraumagentur ESA koordiniert an sechs europäischen ESA BIC Standorten in Noordwijk (Niederlande), Harwell (England), Frascati (Italien), Redu (Belgien), Darmstadt (Hessen) und Bayern sein Gründungsprogramm. "Mit 24 Unternehmen seit August 2009 hat sich das ESA BIC in Bayern zu einem der erfolgreichsten Standorte in Europa entwickelt. Mit der Erweiterung des ESA BIC Bavaria auf die Standorte Nürnberg und Berchtesgadener Land wird der Freistaat Bayern jährlich insgesamt bis zu 20 Unternehmensgründungen unterstützen" so Dietmar Schneyer, Referatsleiter Angewandte Forschung, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Luft- und Raumfahrt im Bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Über die neue Außenstelle des ESA BIC Bavaria erhalten Unternehmensgründer technische und finanzielle Unterstützung für den Aufbau ihres Unternehmens und der Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen. Als erstes Start-Up Unternehmen am Standort Nürnberg wird die Firma PPS project intelligente Lokalisierungssysteme, die ursprünglich zur Flugvorfeldkontrolle eingesetzt werden, in den Bereichen Agrartechnik und Verkehr sowie für die Produktion umsetzen. Die Leitung der Außenstelle wird die Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen - Koordinator des ESA BIC Bavaria - in Kooperation mit dem Fraunhofer IIS übernehmen.

Das 1985 gegründete Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS mit dem Hauptsitz in Erlangen und weiteren Standorten in Nürnberg, Fürth, Würzburg, Ilmenau und Dresden ist heute das größte Fraunhofer-Institut in der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der maßgeblichen Beteiligung an der Entwicklung der Audiocodierverfahren mp3 und MPEG AAC ist das Fraunhofer IIS weltweit bekannt geworden. In enger Kooperation mit den Auftraggebern aus der Industrie forschen und entwickeln die Wissenschaftler auf folgenden Gebieten: Digitaler Rundfunk, Audio- und Multimediatechnik, digitale Kinotechnik, Entwurfsautomatisierung, integrierte Schaltungen und Sensorsysteme, drahtgebundene, drahtlose und optische Netzwerke, Lokalisierung und Navigation, Hochgeschwindigkeitskameras, Ultrafeinfokus-Röntgentechnologie, Bildverarbeitung und Medizintechnik sowie Supply Chain Services. Mehr als 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in der Vertragsforschung für die Industrie, für Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Das Budget von über 95 Millionen Euro wird bis auf eine Grundfinanzierung in Höhe von weniger als 25 Prozent aus der Auftragsforschung finanziert.